Kommission für bayerische Landesgeschichte

Historischer Atlas von Bayern (Teil Altbayern und Teil Schwaben):
Ortsdatenbank zur Statistik am Ende des Alten Reiches


Zweck und Inhalt der Datenbank:

Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern und Teil Schwaben

Der Historische Atlas von Bayern zählt in seinen drei Reihen Altbayern, Franken und Schwaben mittlerweile über einhundert Bände, in denen die Herrschafts- und Verwaltungsgeschichte der einzelnen Landgerichte bzw. Landkreise in Form einer historisch-statistischen Landesbeschreibung umfassend aufgearbeitet wird. Dabei werden für jeden einzelnen Ort im Gebiet des heutigen Freistaats Bayern die herrschafts- und besitzrechtlichen Verhältnisse am Ende des Alten Reichs minutiös rekonstruiert. Um diese in ihrer Flächendeckung einmalige Fülle an ortsbezogenen Informationen nicht nur dem Spezialisten, sondern auch einem weiteren Kreis von Interessenten nutzbar zu machen, soll ein schneller Zugriff auf den Atlas-Band geboten werden, der Informationen über den gesuchten Ort enthält.

Dabei wäre es nicht sinnvoll, alle Nennungen eines Ortes zu berücksichtigen, da diese über die Einzelregister des jeweiligen Bandes leicht greifbar sind. Vielmehr soll durch den Verweis auf die einschlägige Statistik - bzw. bei sich überschneidenden Atlas-Bänden auf mehrere Statistiken - ein direkter Wegweiser zum "richtigen" Band geboten werden.

Ergebnis der bisherigen Arbeiten ist eine Datenbank mit insgesamt 31.297 Einträgen zu 26.044 verschiedenen Orten. Ein zusätzlicher Effekt dieser Arbeit am Gesamt-Ortsregister ist es, daß durch diesen Auszug aus der Atlasforschung gleichzeitig das bisher umfassendste historische Ortsverzeichnis für Bayern entsteht. Durch die Verifizierung der aktuellen Gemeinde- und Kreiszugehörigkeit für jeden einzelnen Ort existiert ein vom jeweiligen Atlasband auch unabhängig zu benutzendes Ortsverzeichnis, das für Editionen und Forschungen wertvolle Verifizierungshilfen bieten kann.

Die Verwendung des offiziellen Gemeinde- und Teilgemeindeschlüssels, die sich in ähnlichen ortsbezogenen Projekten als Standard durchgesetzt hat, läßt die Möglichkeit offen, diese Ortsdatenbank zum Historischen Atlas von Bayern künftig mit anderen Datenbanken zusammenzuführen.

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Benutzungshinweise:

Jeder Registereintrag wird nach folgendem Schema ausgegeben:

Ortsname und topographische Bezeichnung:
Grundsätzlich wird der Ortsname in der heute geltenden amtlichen Schreibweise wiedergegeben; dem wird die aktuelle topographische Bezeichnung angefügt. Bei abweichenden Schreibweisen im Historischen Atlas von Bayern wird, soweit möglich, in einem zweiten Tabellenfeld auf den heutigen Ortsnamen verwiesen.

Statistikverweis:
Im Statistikverweis wird zuerst die jeweilige Reihe des Historischen Atlas von Bayern genannt, wobei "A" für Altbayern und "S" für Schwaben steht. Die erste Zahl verweist auf die Heftnummer, die zweite Zahl auf die entsprechende Seite. Bei Mehrfachnennungen werden (durch Strichpunkte getrennt) alle Stellen angegeben.

Angaben zu Gemeinde, Landkreis, Regierungsbezirk:
Für die einzelnen Orte wird jeweils die übergeordnete Gemeinde, der Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt und der Regierungsbezirk nach dem Stand vom Juli 1997 angegeben. Die Angaben entsprechen der amtlichen Schreibweise einschließlich der offiziellen Namenserweiterungen. Konnte ein Ort keiner Gemeinde zugewiesen werden, ist nur der Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt angeführt. War auch dies nicht möglich, wird entsprechend nur der Regierungsbezirk angegeben. Fehlen alle Angaben zur Identifizierung, dann konnte der Ort weder einem Gemeindegebiet noch einem Landkreis bzw. einer kreisfreien Stadt oder einem Regierungsbezirk eindeutig zugewiesen werden. Bei Orten, die heute nicht mehr im Gebiet des Freistaats Bayern liegen, wird das entsprechende Nachbarland angeführt.

Wenn ein Ort im Registereintrag nicht eindeutig identifiziert werden konnte, dann bedeutet dies nicht, daß der Ort heute nicht mehr existiert. Aufgrund der großen Zahl an Orten war es aus zeitlichen Gründen unmöglich, für jeden Ort die Kontinuität einzeln zu überprüfen. Eine Identifizierung war nur mit Hilfe der Angaben im Historischen Atlas von Bayern und den amtlichen Ortsverzeichnissen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung möglich. Unvollständige Angaben im Atlas, Änderungen im Ortsnamen, Aufhebungen des offiziellen Ortsnamens etc. führen zu Problemen, die sich mit diesen Hilfsmitteln nur teilweise lösen ließen.

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Abkürzungen:

+Ehemaliger MarktKdKirchdorf
AhmAltersheimKhmKurheim
AlmAlmKlKloster
AnAnstaltKrLandkreis bzw. kreisfreie Stadt
BhfBahnhofMühle
DDorfPfdPfarrdorf
EEinödeRegRegierungsbezirk
EmKEinöde mit KircheRuRuine
EnEinödenSanSanatorium
EWElektrizitätswerkSchSchloß
FbrFabrikSdlSiedlung
FdFeriendorfStStadt
FoForsthausStgStaatsgut
GdeGemeindeStlStadtteil
GKStGroße kreisfreie StadtStRStadtrandsiedlung
GnoGnotschaftUkhUnterkunftshaus
GutGutWWeiler
HoHauptortWKWallfahrtskirche (-kapelle)
IndIndustrieortWmKWeiler mit Kirche
JghJugendherbergeWogWochenendhaussiedlung
KKirche

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Gang der Bearbeitung / Bearbeiterinnen und Bearbeiter

Die frühen Arbeiten am Allgemeinen Ortsregister zum Historischen Atlas von Bayern wurden seit 1973 initiiert und vorangetrieben vom damaligen Wissenschaftlichen Sekretär der Kommission, Dr. Erwin Riedenauer. Unter seiner Anleitung wurden bis in die Mitte der achtziger Jahre unter Mithilfe von Dr. Birgit Gruber-Groh, Elisabeth Lukas-Götz M.A. und Dr. Claudia Schwaab Nachweise aus 79 Bänden zusammengetragen. Von Beginn an sollten die technischen Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung genutzt werden. Dem damaligen Stand der Informatik entsprechend wurden die Orte in Listen eingegeben und auf Magnetbändern gespeichert. Diese Form der Datenerfassung erlaubte bereits grundlegende Funktionen: Die Ortseinträge aller Bände der Reihen Altbayern, Franken und Schwaben konnten zusammengefaßt und sortiert, nachträglich erscheinende Bände problemlos ergänzt werden. Nicht möglich war allerdings die Aktualisierung der Angaben zur modernen Gemeinde und zum Landkreis. Diese Einschränkung hatte zur Folge, daß die Änderungen im Gebietsbestand, wie sie im Zuge der zwischen 1970 und 1978 durchgeführten umfassenden Gebiets- und Verwaltungsreform an fast jeder Gemeinde vorgenommen wurden, nicht eingearbeitet werden konnten. Erst die theoretische und technische Entwicklung relationaler Datenbanken und die 1980 im Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung erfolgte Einführung des Teilgemeindeschlüssels, der eine eindeutige Identifizierung jeden Ortes erlaubt, schuf hierzu die notwendigen Voraussetzungen.

Bei der Wiederaufnahme der Arbeiten 1997 unter Verantwortung von Dr. Johannes Merz entwickelte Volker Laube M.A. eine relationale Datenbank, die eine Ergänzung weiterer Bände, eine Erweiterung um zusätzliche Informationen wie beispielsweise das Historische Ortsnamenbuch von Bayern und eine Aktualisierung der Angaben zur modernen Gebietsorganisation zuläßt; Dipl.-Wirtschaftler Karl Pierau vom Zentrum für Historische Sozialforschung in Köln half bei der Lösung technischer Probleme. Die praktische Fertigstellung des Registers unter Nutzung der umfangreichen Vorarbeiten lag ganz in den Händen von Volker Laube.

1998 wurde der Teil Schwaben fertiggestellt, 2000 der Teil Altbayern; der Teil Franken ist noch in Bearbeitung. Bis 2001 liefen die Bemühungen um eine sachgerechte Publikation, die wegen der bevorstehenden Fertigstellung weiterer Atlasbände nicht im Druck, sondern in leicht aktualisierbarer Form erfolgen sollte. Die technische Umsetzung der Datenbankabfrage über das Internet erfolgte schließlich im Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften; von den Beteiligten zu nennen sind insbesondere der stv. Leiter, Dr. D. Täube, und G. Landherr.

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Literatur:

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Hilfsmittel:


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© Kommission für bayerische Landesgeschichte, 11.10.2001; letzte Aktualisierung: tpa, 23.08.2005. Webmaster