Kommission für bayerische Landesgeschichte

Die diplomatische Korrespondenz Kurbayerns zum Westfälischen Friedenskongreß

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Informationen

Seit Februar 1645 residierte eine bayerische Delegation auf dem Westfälischen Friedenskongreß in Münster. Primargesandter (Delegationschef) war der Hofmarschall und Geheime Rat Georg Christoph Freiherr von Haslang zu Hohenkammer und Giebing. Ihm zur Seite stand der Sekundargesandte Hofrat Dr. Johann Adolph Krebs, ein Jurist. Seit Januar 1646 vertrat der Hofrat Dr. Johann Ernst das Herzogtum Bayern im Osnabrücker Fürstenrat; er war der Delegation in Münster unterstellt. Haslang wurde im Juni 1648 abberufen und mit Aufgaben im militärischen Bereich betraut, so daß Krebs nun alleiniger Vertreter in Münster war; er unterzeichnete dann auch für Bayern die Friedensinstrumente.

Von der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte e. V. erscheinen seit 1962 Editionen der Akten des Westfälischen Friedenskongresses (1643-1649). Diese Acta Pacis Westphalicae (APW) umfassen in ihrer Planung Korrespondenzen der kaiserlichen Diplomatie, die der beteiligten europäischen Mächte sowie der päpstlichen und venezianischen Vermittler auf dem Kongreß. Sie bieten Protokolle und Diarien, auch solche der einzelnen Ständegremien, jedoch nicht die Akten der einzelnen diplomatischen Vertretungen der Stände des Reiches an sich.

Wenn die Kommission für bayerische Landesgeschichte die Editionsreihe "Die diplomatischen Korrespondenzen Kurbayerns zum Westfälischen Friedenskongreß" in ihr Programm aufgenommen hat, so lehnt sich diese zwar, was Konzeption und Formalien betrifft, an die APW an, verfolgt jedoch differenzierte, eigenständige und begründete Ziele:
Militärische Ereignisse beeinflußten die Verhandlungen nicht unwesentlich. Der von Bayern unterhaltene und kommandierte Teil der Reichsarmada spielte in diesem Zusammenhang durchaus eine Rolle, zuweilen eine entscheidende.
Die bayerische Politik beeinflußte die des Kaisers und seiner Diplomaten, setzte sie nicht selten unter Druck, aufgrund ihres Gewichts im katholischen Lager.
Die Tätigkeit der bayerischen Diplomaten ging zeitweise weit über speziell landespolitische Ziele hinaus. In einer entscheidenden Phase übernahmen sie faktisch die Rolle der Vermittler zwischen dem Kaiser und den Franzosen bei deren Satisfaktionsforderung bezüglich des Elsaß.

Die Planung der Edition ist auf sieben Bände ausgelegt.

 

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Bände

Bereits erschienen:

  • Band 1: Die Instruktionen von 1644, bearb. von Gerhard Immler
  • Band 2: Die diplomatische Korrespondenz Kurfürst Maximilians I. von Bayern mit seinen Gesandten in Münster und Osnabrück. Dezember 1644–Juli 1645, Gabriele Greindl – Gerhard Immler

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    © Kommission für bayerische Landesgeschichte, 10.12.2006; letzte Änderung; dj, 16.06.2011.
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